Filme

Newsletter


mail:

Interner Bereich

Filmauswahl 2009

The Take

Naomi Klein, Avi Lewis / Kanada/Argentinien 2004 / 87 min / engl. Untertitel

Der Film erzählt die spannende Geschichte einer Industriearbeitergruppe im von wirtschaftlichen Krisen geschüttelten Buenos Aires, Argentinien, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Sie beschließen, ihren ehemaligen Arbeitsplatz, die "quot;Forja"-Fabrik für Autoteile, nachdem diese wegen Insolvenz geschlossen worden ist, zu besetzen, zu übernehmen, und die Fabrik nicht mehr zu verlassen, bis die Produktion wieder läuft. Entscheidungen im besetzten Betrieb werden fortan basisdemokratisch getroffen. Gezeigt wird der langwierige, engagierte und mühsame Kampf der Besetzer um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Solche Betriebsbesetzungen gab es Anfang des Jahrzehnts häufig in Argentinien, nach dem das einst wirtschaftlich stärkste Land Lateinamerikas nach Jahrzehnten der neoliberal verbrämten Ausplünderung und als Folge der Globalisierung heruntergekommen und verarmt einen kompletten Zusammenbruch des Wirtschaftssystems erlebte. Der Film macht aber auch Hoffnung, dass eine gerechtere Gesellschaft möglich ist.

Läuft in:
Marburg / 21.06. / 18:00 Uhr
Gießen / 20.06. / 18:00 Uhr

Anfang

The Corporation

Mark Achbar, Jennifer Abbott / Kanada 2003 / 144 min / dt.Untertitel

Die FilmemacherInnen unternehmen den Versuch, Kapitalgesellschaften wie reale Personen zu betrachten — schließlich haben sie den Rechtsstatus einer juristischen Person - und ihren Zustand deshalb entsprechend psychologischer Kriterien zu untersuchen. Der Film kommt dabei zu der ernüchternden Diagnose, dass sich Konzerne in der Regel wie klinische Psychopathen verhalten: egozentrisch, verantwortungslos und unfähig, Mitgefühl oder Reue zu empfinden. Am Beispiel von gesundheitsgefährdenden Produkten, der Einschüchterung der Medien und der Politik oder der Privatisierung von genetischen Bauplänen, wird gezeigt, wie Konzerne mittlerweile eine unkontrollierte Weltmacht erlangt haben.

Läuft in:
Marburg / 24.06. / 20:30 Uhr
Gießen / 21.06. / 20:30 Uhr

Anfang

LivesafelyinEurope

Emanuel Danesch / Österreich 2008 / 52 min / Englisch

Europa erlebt derzeit eine große Zunahme an geschlossenen, ummauerten und bewachten Wohnsiedlungen, "gated communities" genannt. Gleichzeitig wird Europa selbst diesem Exklusionsmodell immer ähnlicher. Die Analogie Europas zur "gated community" liegt nahe. Der Film "LiveSafelyinEurope" startet als Werbefilm f"r eine "gated community". Schon der Anfangstext — angelehnt an reale Werbetexte für solche Anlagen — wird mit einer Montage aus nostalgischen Kindheits-Bildern, historischen Aufnahmen der Berliner Mauer und Filmzitaten aus "Stepford Wives&qout; kombiniert. In einem Kaleidoskop von Szenen aus "gated communities", europäischen Außengrenzen, Migrantenghettos und abgeschotteten Bereichen aus der virtuellen Welt des "Second Life" hinterfragt der Film das anfangs klare Bild von Sicherheit und zeigt die Ambivalenz dieser Konstruktion. Er verweilt bei den blinden Flecken und den Ausgeschlossenen des Gesellschaftsmodells der "gated community" im kleinen wie auf europäischer Ebene.

Läuft in:
Marburg / 26.06. / 20:30 Uhr
Gießen / 25.06. / 20:30 Uhr

Anfang

Of land, labour and love

Ajay Bhardwaj / Indien 2007 / 65 min / engl.Untertite

Dieser Film wurde vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen finanziert und entstand in Kooperation mit lokalen Adivasis (Indigene), die in dieser sozial und ökologisch bereits stark verwüsteten Region Orissas (der Bundesstaat Orissa, Ostindien) zusammen mit einer im Bereich der Selbsthilfe und insbesondere der nachhaltigen ökologischen Landbewirtschaftung tätigen NGO leben und arbeiten. Diese Dokumentation erzählt aus Sicht der Subsistenzlandwirtschaft betreibenden armen Adivasis wie sie aus ihrem einstigen, durch die Naturzerstörung aussichtslos gewordenen Leben hinausgefunden haben und sich eine neue bescheidene Existenz aufbauen konnten. Auch hier werden die "Negativseiten": die großen Industrie-/ Wirtschafts- und Staatsinteressen und deren Favorisierung von Genmanipulation, Monokulturen und Exportorientierung, nicht einfach plakativ angeklagt, sondern ihr Wirken erhellt sich als die logische Folge eines insgesamt am Menschen und an der Natur systematisch vorbei konzipierten Entwicklungswegs. Das Wichtigste im Film sind allerdings die erfahrbar gemachten klugen, ruhigen und — auch von unserem Standpunkt in Zentraleuropa aus betrachtet — visionär zu nennenden Schritte, die die Adivasis, Frauen wie Männer, trotz ihrer extrem schwachen und fragilen Lebenssituation unternommen haben: ihre Gedanken, ihre Träume, ihre "Liebe zum Land".

Läuft in:
Marburg / 22.06. / 20:30 Uhr
Gießen / 23.06. / 20:00 Uhr

Anfang